Das Web macht es möglich: Elmariachifieber
Musikfinanzierung
In früheren Zeiten war es der erste Plattenspieler oder der erste Kassettenrecorder, auf den Jugendliche oft Jahre hin gespart haben. Die Preise für die Geräte waren entsprechend gepfeffert: in den Siebziger Jahren kostete ein Kasettenrecorder oft an die 300 DM. Wie man weiss, haben die Geräte auch nicht allzulang gehalten, vielmehr mußte relativ schnell Ersatz beschafft werden. Ähnlich verhielt es sich mit der Plattensammlung, sie wurde oft getauscht und mit viel Mühe erarbeitet. Sehr viele Leute erinnern sich ungern an die vielen Stunden, die sie dafür durcharbeiten mussten. Deshalb ist es für heute 18-jährige wesentlich angenehmer, mit einem Kredit ohne Schufa an die entsprechenden Geldmittel zu kommen. Mit Hilfe des später ansteigenden Einkommens lassen sich passende Musikanschaffungen schnell machen und entsprechend später bequem bezahlen, wenn der eigene finanzielle Spielraum größer geworden ist.
In späteren Zeiten steht gern die Anschaffung einer High-End-Stereoanlage
wortwörtlich ins Haus, die schnell einen vierstelligen Betrag ausmachen kann.
Für diesen Kundenkreis bieten sich zinsgünstige Nachfinanzierungen an, die dem
einzelnen schnell und flexibel den notwendigen Geldbetrag bereitstellt.
Bush punktet bei Punkern
Bonn/Zürich – Christliche Fundamentalisten, militante Abtreibungsgegner, reiche Ölmanager und wohlhabende weiße Bürger der amerikanischen Mittelschicht: Glaubt man gängigen Klischeevorstellungen, so unterstützen diese Personengruppen die Politik von US-Präsident George W. Bush und der Republikaner. Haar im hochgeföhnten Mohawk-Stil, tätowierte Schulterblätter, Ring im Ohr und schwarze Bomberjacke. So stellt man sich vielleicht einen Kreuzberger Krawallmacher am 1. Mai vor. Wie die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) berichtet, kämpfen Menschen mit einer solchen Aufmachung für die Irak-Politik von Bush junior, gegen die Abtreibung und für Steuersenkungen. Ihr Kampf ist friedlich und rein journalistischer Natur. Der Punker Nick Rizzuto nutzt die modernen Kommunikationsmöglichkeiten und betreibt einen Weblog namens „Conservative Punk“. Dort verteidigt der 22-jährige viele politische Vorhaben der Republikaner. Sein Motto: „Fight Terrorism, Vote für Bush.“ Die Gegenseite ist auch nicht untätig. Über 200 Punk-Gruppen geben sich auf ihrem Weblog „About Punkvoter.com“ als Gegner der jetzigen Administration in Washington zu erkennen.
Und diese Gruppen gewinnen an Einfluss. Wie schon am Konvent der Demokraten in Boston waren in diesem Jahr erstmals Vertreter privater Websites, so genannte Weblogs oder Blogs, am Parteikonvent der Republikaner zugelassen, schreibt die NZZ. Die Internet-Foren dienen als Plattform für Diskussion, Berichte, Kommentare, Presseschauen, Tagebücher und sonstige Darstellungsformen. Die neuen, schnellen und frischen Medien sind auch eine Reaktion auf die Arroganz vieler Zeitungen, die die Probleme der Normalbürger ignorierten. Es gehe immer nur, so der Vorwurf der Punk-Blogger, um das Weltgeschehen, Regierungsgeschäfte und Sport. Der Online-Journalismus sei offener und ein Spiegel des öffentlichen Lebens.
Diese Konflikte zwischen den offiziösen Zeitungen, die sich anmaßend oft Qualitätsblätter nennen, und den neuen Medien finden sich auch in Deutschland. Prominentes Beispiel: Der Krach zwischen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) und der Netzzeitung. Das Magazin Criticón www.criticon.de berichtet, dass die Sonntagsausgabe der selbst ernannten Zeitung für Deutschland, die FAS, der Netzzeitung vorgeworfen habe, mit unterbezahlten Tagelöhnern Journalismus zu simulieren und auf wichtige Nachrichtenagenturen wie dpa zu verzichten. Brancheninsider schütteln den Kopf über die ihrer Meinung nach grundlosen Angriffe der FAS. Insbesondere die FAZ, weniger die FAS, schreibe an den Bedürfnissen der meisten Leser vorbei. Die erste Seite der FAZ sei fast unlesbar, Zwischenüberschriften als Orientierung Mangelware, die ausladenden Berichte über Konzerte und Ausstellungen viel zu lang. Manche FAZ-Autoren schrieben nicht für ihre Leser, sonder für sich selbst. Im Visier der Kritik: Feuilletonchef Patrick Bahners, dessen gedrechselte und unverständliche Sätze autistisch wirkten, da sie ein nicht-wissenschaftliches Publikum ausschlössen. Die Konkurrenz aus München, die Süddeutsche Zeitung (SZ), verbinde seriösen Journalismus mit Frische und Offenheit. Auch „Medienpapst“ Wolf Schneider, früher Leiter der angesehenen Henri-Nannen-Schule in Hamburg, hat die gravitätische alte Dame aus Frankfurt schon öfter aufs Korn genommen. „Die Zeiten, in denen eine saturierte Abonnementszeitung durch journalistische Langeweile gar nicht ruiniert werden konnte, sind vorbei; Omas Zeitung liegt im Sterben“, so Schneider ohne Bedauern. Die FAZ, so Kritiker, die in ihrem Wirtschaftsteil so gern den freien Markt preise, müsse sich der steigenden Konkurrenz auf dem Medienmarkt stellen. Letztlich entscheide der Leser beziehungsweise Kunde, ob er Print- oder Online-Medien lese. Konkurrenz belebe das Geschäft. Wenn sich die FAZ nicht leserfreundlicher zeige, werde sie es in wenigen Jahren schwer haben. Der Vorsprung der SZ gegenüber der direkten Konkurrenz aus Hessen werde dann noch stärker zunehmen.